Verarbeitungshinweise für Forex classic

Oberflächen behandeln

FOREX°classic Platten besitzen so gute Oberflächeneigenschaften, dass sie sich als Basismaterial (Substrat) für die verschiedensten Dekorationstechniken anbieten. Bauteile aus FOREX°classic lassen sich zur Dekoration sehr gut
elektrostatisch beflocken. Durch Heißprägen bei zirka 120°C können die Oberflächen von FOREX°classic Platten dekorativ verändert werden.

Siebdrucken

Auf den weissen, seidenmatten Oberflächen der FOREX°classic Platten haften fast alle für Hart-PVC formulierten Druckfarben sehr gut. Lösemittelbasierende Farben zeigen naturgemäss eine bessere Haftung als wasserbasierende Typen, während sich Epoxi- und Emailfarben als eher ungeeignet erwiesen haben. Wegen der Verzugsgefahr darf die Trocknungstemperatur 50°C nicht überschreiten, d.h. die Hordentrocknung bei Raumtemperatur ist einer forcierten Ofentrocknung vorzuziehen. Auf jeden Fall sollten neue oder unbekannte Farbtypen oder Substrate vor deren Serienfreigabe auf das vorgesehene Druckverfahren abgestimmt werden. Dies gilt insbesondere auch in bezug auf die erzielbare Auflösung (Feinheit der Rasterpunkte), die Einsatzbedingungen (z.B. Ausseneinsatz), die Abriebfestigkeit  oder eine Weiterverarbeitbarkeit des Druckgutes. Selbstverständlich müssen
die Oberflächen absolut staub- und fettfrei sein.

Hinweise zu Siebdruckfarben

FOREX°classic Platten können auch mit UV-Farben namhafter Anbieter bedruckt werden. Achtung: Die sehr intensive UV-Strahlung im Trocknungstunnel kann bei falscher Einstellung zu Verfärbungen und die Hitze der Lampen
bei zu langer Verweildauer zu Verwerfungen der Platten führen. Mit Schultafelfarbe kann auf FOREX°classic Platten mit und ohne Vorlackierung eine gute Tesahaftung und zweckmässige Kratzfestigkeit erzielt werden. Ungeeignete, d.h. sehr harte oder durch Lösemittel aggressiv gemachte Siebdruckfarben können bei Schlageinwirkung (z.B. durch Stanzmesser) aufgrund der Rissfortpflanzung zu Substratbrüchigkeit führen. Es liegt in diesem Fall also kein Materialfehler vor und das Problem kann nur durch die Verwendung einer anderen Siebdruckfarbe vermieden werden.

Digitales Direktdrucken

FOREX°classic Platten werden zunehmend auch im digitalen Direktdruck nach dem Inkjet-Verfahren (Piezo-Technik) bedruckt. Sogar auf geprägten oder flächig strukturierten Oberflächen lassen sich mit dieser Drucktechnik und den auf das jeweilige Material abgestimmten Tinten interessante Effekte erzielen. Zum Schutz der dünnen und empfindlichen Farbschicht ist ein kratzfester und UV-beständiger Deck- oder Glanzlack oder eine  Schutzfolienkaschierung notwendig.

Arbeiten mit Klebefolien

Dekorations- und Beschriftungsfolien

Die Oberfläche von FOREX°classic Platten eignet sich sehr gut zum Bekleben mit Dekor- und Beschriftungsfolien. Für die anwendungsgerechte Folienwahl müssen der Anwendungsort (Innenbereich oder Ausseneinsatz), die  gewünschte Anwendungsdauer (Dauerhaftigkeit) der Folie, die Haftungsart (permanent oder wieder ablösbar) und die Verarbeitbarkeit der Folie (bedrucken, entgittern) berücksichtigt werden.

Aufziehen von Bildern

  • Die Oberflächen vor dem Aufziehen sorgfältig reinigen und gut ablüften lassen.
  • Einer möglichen statischen Aufladung (Anziehen von Schmutzpartikeln) vorbeugen.
  • Eventuell mit Wollhandschuhen arbeiten.
  • Die Bilder und Drucke nur mit einer Kaltklebefolie auf die Substratplatte aufziehen.
  • Eine Qualitätsfolie mit einem permanenten substratgerechten Klebstoffspiegel verwenden
  • Bilder und Inkjet-Drucke vor dem Aufziehen immer rekonditionieren, bzw. vortrocknen.
  • Die Einstellungen des Laminators (Druck, Parallelität der Walzen) regelmässig überprüfen.
  • Bei 50°C warm aufgebrachte transparente Abdeckfolien ergeben einen hochwertigen Oberflächenschutz ohne Lufteinschlüsse.
  • Frisch aufgezogene Bilder und Drucke drei Stunden flach ruhen lassen und in den ersten 24 Stunden keinesfalls durchbiegen (Vorsicht beim Transportieren).

Mögliche Ursachen für Mängel

Schlechte Haftung und Blasen können meistens durch verbesserte Verarbeitungsbedingungen (korrektes Reinigen und Ablüften, höherer Walzendruck und vor allem längere Wartezeit vor dem Transport) beseitigt werden. Schüsselung kann als Ursache zu frisches (feuchtes) Druckgut (Schwindung) oder zu hohen Zug (zu starke Bremsung der Abwickelrolle) des Klebfilms haben. Falten werden oft durch verzogenen Klebfilm, schlecht ausgerichtete Walzen oder zu hohen Walzendruck verursacht.

Lackieren

Für viele Anwendungen von FOREX°classic Platten wird eine genaue festgelegte Farbe (z.B. eine Firmenfarbe) gefordert. Solche Farbgebungen werden durch Folienkaschierung oder Überlackieren erzielt. Durch wirkungsvolle  UV-Lichtschutzmittel in den Decklacken kann auch eine wesentlich verbesserte Witterungsbeständigkeit erreicht, bzw. die UV-Schädigung hinausgezögert werden, so dass sich die Zusatzkosten für einen solchen Langzeitschutz im Ausseneinsatz schnell auszahlen.

Empfehlungen für Farben und Lacke

Für die Lackierung von FOREX°classic Platten sind drei Farbtypen geeignet:

  • Lösemittelhaltige Spritzlacke für Hart-PVC
  • Acrylat-Lacke, Acryl-PVC-Lacke, Acrylat-PUR-Lacke
  • Zweikomponenten-Polyurethan-Lacksysteme (ein Einkomponenten PUR-Lack haftet für die meisten Anwendungen zuwenig stark)

Aufgrund des rasanten technischen Fortschritts werden hier keine speziellen Produkte oder Hersteller empfohlen, sondern nur diese generischen Bezeichnungen genannt. Jeder Anbieter hat mehrere verschiedene Typen  vorrätig, je nachdem, ob für Innen- oder Aussenanwendung, Lösemittellacke, wasserlösliche Lacke, Grundierungen, Decklacke, Klarsichtlacke, etc.

Hinweise zur Verarbeitung

Die Verantwortung für ein akzeptables Ergebnis liegt beim Verarbeiter. Deshalb vor dem erstmaligen Einsatz eines Produktes unbedingt den Beratungsdienst des Lackherstellers ansprechen. Die

  • Oberflächen vor dem ersten Farbauftrag reinigen, hartnäckige Verschmutzungen mit einem industriellen Faservlieslappen entfernen, aber auf keinesfalls abschmirgeln.
  • Zum Entfetten nur Isopropylalkohol, niemals Azeton, Trichlor, Lackverdünner und andere Reinigungsmittel, die die Oberflächen angreifen, verwenden und die Oberflächen vor der Weiterverarbeitung gut abtrocknen lassen.
  • Manche Lacke können direkt auf die Platten aufgetragen werden, andere benötigen jedoch vorher eine Grundierung (Primeranstrich). Massgebend sind immer die Verarbeitungshinweise des Lackherstellers.
  • Die Trocknungstemperatur darf 50°C nicht übersteigen.

Schneiden – Stanzen

Schneiden

FOREX°classic Platten bis 3 mm lassen sich problemlos mit stabilen Universalarbeitsmessern (Cuttermessern) schneiden. Mehrere leichte Schnitte ergeben ein besseres Resultat als ein einzelner, kräftiger Schnitt. Den  Metallmassstab gegen Verrutschen sichern. Beim Einsatz von Schlagscheren sind gestauchte und einseitig abgerundete Schnittkanten unvermeidlich.

Stanzen

FOREX°classic Platten bis zirka 5 mm können gestanzt werden. Für3 mm dicke Platten werden am besten Stanzwerkzeuge mit Schneidelinien (Stanzmessern)  aus Bandstahl, die in 15 mm dicke, kreuzverleimte Holzplatten eingelassen sind, verwendet. Ungezahnte, mikropolierte Schneidlinien mit beidseitigem, zentrischem Facettenschliff (1,05 x 23,8 mm) haben sich als zweckmässig erwiesen. Als Auswerfer wird eine 10 mm dicke  Schaumstoffplatte (Härte 35 Shore A) eingesetzt, so dass die Schneidkanten zirka 1,2 mm unterhalb der Oberfläche des Auswerferschaums liegen. FOREX°classic Platten sollten nicht bei Temperaturen unter 20°C gestanzt werden. Ein leichtes Aufwärmen der Platten auf zirka 40°C verbessert die Qualität der Schnittkanten und verhindert ein Ausbrechen.

Wasserstrahlschneiden

FOREX°classic Platten können durch Wasserstrahlschneiden gut bearbeitet werden.

Laserschneiden

Aufgrund der beim Laserschneiden an das Material abgegebenen Wärme ist dieses Verfahren für Hartschaumstoffplatten ungeeignet.

Sägen – Bohren – Fräsen

Sägen

FOREX°classic Platten können sowohl mit Stichsägen als auch mit Band- und Kreissägen bearbeitet werden. Gut bewährt hat sich ein Zusammenwirken von hoher Schnittgeschwindigkeit und niedrigem Vorschub. Geeignet sind  Maschinen ohne Flüssigkühlung, aber mit Span- und Staubabzug, wie sie für die Holz- und Kunststoffverarbeitung gebräuchlich sind. Nur Stichsägeblätter, die für den Einsatzbereich „Kunststoff“ bezeichnet sind, verwenden. Bandsägeblätter mit leicht geschränkten Zähnen in einer Teilung von 2,5 mm ergeben eine gute Schnittqualität, bedingen aber auch einen eher geringen Vorschub. Für Hartschaumstoffplatten am besten geeignet sind  Kreissägeblätter mit einer hartmetallbestückten Flach- und Trapez-Wechselzahnung in einer Teilung von zirka 15 mm. Freiwinkel zwischen 10° und 15° und Spanwinkel bis zu 6° werden empfohlen. Die Schnittgeschwindigkeit liegt bei zirka 3000 m/Min.

Sicherheitshinweise

Mit Blick auf die hohen Umdrehungszahlen der Zerspanungswerkzeuge ist es sehr wichtig, dass sich alle maschinenseitigen Schutzeinrichtungen in gebrauchstauglichem Zustand befinden und dass diese auch benutzt werden. Während aller spanenden Verarbeitungsprozesse muss immer die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, mindestens jedoch eine Schutzbrille, getragen werden.

Bohren

FOREX°classic Platten können mit normalen Spiralbohrern problemlos gebohrt werden. Besonders gute Resultate werden erzielt, wenn der Spitzenwinkel zirka 100° und der Drallwinkel 30° beträgt. Keine Flüssigkühlung verwenden, jedoch bei tiefen Löchern den Bohrer häufig ausfahren, um Überhitzung zu vermeiden.

Fräsen und CNC-Bearbeitung

FOREX°classic Platten können auch auf CNC-Maschinen bearbeitet werden, wenn das Werkstück sicher aufgespannt werden kann. Materialüberhitzung kann durch kunststoffgerechte Werkzeuggeometrien und geeignete  Zerspanungsbedingungen vermieden werden. Die Oberflächen von Hartschaumstoffplatten sollten nicht geschmirgelt oder poliert werden.

Abkanten – Biegen – Verformen

Dünne Platten kalt biegen

Forex °classic Platten bis 6 mm Dicke können innerhalb ihrer materialabhängigen Verstreckungsgrenzen kalt gebogen werden.

  • Die Plattentemperatur darf nicht weniger als 20°C betragen (wärmer ist vorteilhafter).
  • Der Mindestbiegeradius (Kaltbiegeradius) beträgt ca. 100 mal die Plattendicke (z.B. 300mm für eine 3mm dicke Platte)

Sicherheitshinweise

Mit Blick auf die hohen Umdrehungszahlen der Zerspanungswerkzeuge ist es sehr wichtig, dass sich alle maschinenseitigen Schutzeinrichtungen in gebrauchstauglichem Zustand befinden und dass diese auch benutzt werden. Während aller spanenden Verarbeitungsprozesse muss immer die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, mindestens jedoch eine Schutzbrille, getragen werden.

Bohren

FOREX°classic Platten können mit normalen Spiralbohrern problemlos gebohrt werden. Besonders gute Resultate werden erzielt, wenn der Spitzenwinkel zirka 100° und der Drallwinkel 30° beträgt. Keine Flüssigkühlung verwenden, jedoch bei tiefen Löchern den Bohrer häufig ausfahren, um Überhitzung zu vermeiden.

Fräsen und CNC-Bearbeitung

FOREX°classic Platten können auch auf CNC-Maschinen bearbeitet werden, wenn das Werkstück sicheus (Kaltbiegeradius) beträgt zirka 100 mal die Plattendicke (z. B. 300 mm für eine 3 mm dicke Platte).

Dünne Platten warm abkanten

FOREX°classic Platten sind aus thermoplastischem Kunststoff hergestellt. Sie können also durch Erwärmen erweicht und umgeformt werden und behalten nach dem Abkühlen die neue Form. Je nach Breite der Erwärmungszone sind auch grosse Radien und bei vollständigem Durchwärmen der gesamten Platte auch dreidimensionale Formgebungen möglich. Die Temperatur, bei der die Platten warm umgeformt werden, ist materialabhängig und beträgt für zirka 120 bis 130°C. Um die Zellstruktur nicht zu stark zu verstrecken, ist ein Mindestbiegeradius von zirka 2 mal der Plattendicke notwendig.

Dicke Platten warm abkanten

Bei dicken FOREX°classic Platten ab 8 mm muss vor dem Biegen der Materialüberschuss entlang der Biegeinnenkante durch eine eingefräste V-Nut entfernt werden. Danach kann die Aussenseite der Biegekante vorsichtig  erwärmt, ein Schenkel hoch gebogen und die entstandene Fuge sodann verklebt werden. Es sollte hierbei eine Restdicke von 1 bis 2 mm erhalten bleiben. Die V-Nut 1° grösser als der gewünschte Biegewinkel fräsen (z.B. 91° für einen 90° Winkel).  Die Klebstoffmenge in der V-Nut so bemessen, dass nach dem Hochbiegen möglichst wenig herausgepresst wird. Bei kurzen Schenkellängen kann ein Verzug vermieden werden, indem man zu lang bemessene Schenkel nach dem Biegen absägt.

Warm verformen

FOREX°classic Platten können durch Vakuum- oder Druckformen vollflächig umgeformt und auch geprägt werden. Es muss aber berücksichtigt werden, dass die in den Zellen eingeschlossene Luft der Verformung, Verstreckung  und Detailwiedergabe Grenzen setzt.

Formteil- und Werkzeuggestaltung

FOREX°classic Platten eignen sich vor allem für grossflächige Teile mit weichen, gerundeten Konturen. Die Werkzeuge sollten wie folgt gestaltet sein:

  • Radien mindestens 1 bis 2 mal Plattendicke.
  • Anzugswinkel und Wandneigungen von 5 bis 8°.
  • Flächenverstreckung nicht über 1 : 1,2 (h:d).
  • Lokale Materialverstreckungen (schlanke Überhöhungen, enge Vertiefungen, etc.) und vorzeitigen Formkontakt vermeiden.
  • Eine Verarbeitungsschwindung von 0,5 bis 0,8% muss ebenso berücksichtigt werden wie die Anisotropie des Materials.
  • Da expandierte Plattenmaterialien ein engeres Verarbeitungsfenster als Massivplatten haben, ergeben temperierbare Werkzeuge meistens deutlich bessere Resultate.
  • Maschinen immer gut vor Zugluft abschirmen.

Verformungstemperaturen

Entscheidend ist die Plattentemperatur, nicht die an der Maschine einstellbare Strahlertemperatur. Wichtig ist eine gleichmässige und vollständige Durchwärmung der Platten. Maschinen mit separat einstellbaren Ober- und Unterheizungen und Vorblaseinrichtung sind am besten geeignet. FOREX°classic Platten werden am besten im thermoelastischen Bereich von 115 bis 130°C verformt. Achtung: Über 180°C ist das Material überhitzt, was zuerst zu Verfärbungen und dann zur thermischen Zersetzung führt. Zur Vermeidung von Schäden an der Zellstruktur dürfen die Platten nicht unterhalb 120°C verformt werden.

Hinweise zur Umformung

  • FOREX°classic Platten müssen nicht vorgetrocknet werden.
  • Falten durch Neuausrichtung der Platte, konstruktive Formänderungen und geringere Verformungsgeschwindigkeiten entgegenwirken.
  • Formteile nicht auf kalte Unterlagen (Metalltische) abgelegen und kurz nach dem Entformen besäumen (Deformationsgefahr).

Kleben

FOREX°classic Platten können sowohl mit sich selbst als auch mit anderen Materialien verklebt werden. Aufgrund der Vielfalt an Klebstoffen mit ihren völlig unterschiedlichen Eigenschaften gewährleistet nur die Fachberatung  durch die Klebstoffhersteller eine optimale, auf die Art der Fügeteile und den Anwendungsfall abgestimmte Wahl der Klebstoffe. Die Verarbeitungsvorschriften der Klebstoffhersteller müssen genau befolgt werden und Sauberkeit am Arbeitsplatz ist unerlässlich. Damit eine einwandfreie Verklebung überhaupt möglich ist, müssen die Fügeflächen vor jeder Verklebung gereinigt werden, so dass sie trocken und staub- und fettfrei sind.

Zum schnellen, konstruktiven Verkleben (auch Kaltverschweissen genannt) von FOREX°classic mit gleichartigem Material eignet sich am besten ein uv-stabilisierter, transparenter Diffusionsklebstoff auf der Lösemittelbasis von THF (Tetrahydrofuran).

Achtung: Die üblichen „PVC-Kleber“ werden zum Verkleben von Bauteilen aus Hart-PVC verwendet und sind nicht transparent und nicht uv-stabilisiert. Das heisst, die Klebfugen bleiben sichtbar oder verfärben sich im Ausseneinsatz.

Kleinere Fügeteile können auch mit reinem THF verklebt werden, das die Oberflächen von PVC-Teilen anlöst und fast völlig unsichtbare Klebfugen ergibt. THF ist jedoch sehr dünnflüssig, d.h. für senkrechte Klebfugen ungeeignet.

Achtung: THF ist entzündlich – gut Lüften!

Grossflächiges Verkleben

Zum flächigen Verkleben von ganzen Platten oder grossen Zuschnitten aus FOREX°classic sind Lösemittelkleber auf THF-Basis völlig ungeeignet, weil sie viel zu schnell antrocknen. Besser bewährt hat sich ein mittelreaktives  Klebsystem auf der Basis eines ungesättigten (NPG) Polyesterharzes und einem AAP-Härter, das hohen Anforderungen in bezug auf Festigkeit und Beständigkeit genügt. Der Klebstoffauftrag von zirka 150 bis 200 g/m² erfolgt durch Aufrollen, die Topfzeit der Mischung beträgt bei Raumtemperatur ein bis zwei Stunden. Der Verbund wird unter einem Vakuumsack in zirka 12 Stunden ausgehärtet und ist danach sofort belastbar.

Verkleben mit Klebebändern

FOREX°classic Platten können mittels Hochleistungs-Klebebändern (VHB™-Produkte) auch mit völlig andersartigen Materialien sicher und dauerhaft verbunden werden. Solche VHB™-Bänder haben einen geschlossenzelligen, viskoelastischen Acrylat-Klebstoffkern, der spannungsfrei in die Oberflächenrauhigkeit „einfliesst“ und im Belastungsfall den Spannungsabbau in der Fuge erlaubt. Der optimale Klebebandtyp muss sachkundig auf die Materialien der Fügeteile und die Belastungsart abgestimmt werden.

Schweissen

FOREX°classic Platten können mit verschiedenen thermischen und physikalischen Verfahren geschweisst werden. Dafür ist jedoch viel Erfahrung und Geschick erforderlich. Die Qualität der Schweissung wird von drei Faktoren beeinflusst:
Der Vorbereitung der Fügeteile und der Schweisszone, der Schweisstemperatur und -geschwindigkeit sowie dem Fügedruck, bzw. Anpressdruck. Die Fügezonen müssen vor dem Schweissen, am besten mechanisch, gereinigt  werden.

Heissluftschweissen

FOREX°classic Platten können mit handelsüblichen Schweissdrähten für Hart-PVC geschweisst werden. Darauf achten, dass die Schweisszone gleichmässig erwärmt und eine örtliche Materialüberhitzung vermieden wird.  Die Fügeteilkanten von V- bzw. X-Stössen sollten einen Winkel von 60° bilden. Die Schweisstemperatur darf 300°C nicht übersteigen.

Heizelementschweissen

FOREX°classic Teile ab 3 mm Dicke können durch Stumpfschweissen spannungsarm verbunden werden. Dazu werden die geraden und sauberen Fügeteilkanten im Kontakt mit einem Heizspiegel oder -schwert bis zur  Plastifizierung erwärmt und nach dem Entfernen des Heizelements durch leichten Druck zusammengeschweisst. Die Schweissparameter wie Heizelementtemperatur (zirka 230°C), Heizzeit und Fügedruck sind vom Maschinentyp abhängig und müssen auf die Materialdicke abgestimmt werden. Wichtig ist, dass die Fügekanten solange angepresst bleiben, bis das geschmolzene Material wieder richtig fest geworden ist. Entstandene Schweissrippen können  mit geeigneten Schneidwerkzeugen entfernt werden.

Abkantschweissen

Mit der Abkantschweisstechnik können winklige Teile aus FOREX°classic geformt werden. Dazu wird ein spitz geformtes, zirka 220°C heisses Heizschwert etwa zwei Drittel in die Platte eingeschmolzen (dicke Platten vorfräsen) und die Platten dann entlang dieser Nut abgekantet.

Physikalische Schweissmethoden

FOREX°classic Platten werden gelegentlich auch erfolgreich mittels Ultraschall und Hochfrequenz (HF) verschweisst. Bei beiden Verfahren sind jedoch wegen der vielfältigen Einflussfaktoren spezielle Sachkenntnisse  erforderlich.

Verbinden

FOREX°classic Platten bis 8 mm Dicke können mit U- und H-Profilen sowie Eckprofilen aus Aluminium verbunden werden. Bei grossen Zuschnitten unbedingt auf eine zwängungsfreie Montage achten.

Befestigen

Für die Montage von Hartschaumstoffplatten auf Unterkonstruktionen aus Holz oder Metall sind Fugenprofile erhältlich, die auf dem Klemmprinzip basieren und meistens noch mit Dichtleisten ausgestattet sind. Bezugsquellen sind der Fassaden- und allgemeine Baubedarfshandel. Die Plattenbefestigung erfolgt durch einen (runden) Festpunkt und mehrere Langlöcher, die als Gleitpunkte die Längenänderung aufnehmen. Für verdeckte Befestigungen,  die von der Vorderseite unsichtbar bleiben, werden meistens Spezialbeschläge verwendet. Bei Sonderkonstruktionen und dünnen Platten können an der Rückseite Reststücke aus 10 mm dickem FOREX°classic aufgeklebt werden, die als Zwischenträger für die eigentlichen Befestigungselemente dienen.

Heften und nageln

Im Gegensatz zu den meisten kompakten Kunststoffplatten lassen sich Hartschaumstoffplatten mit Heftklammern „tackern“ und im Bedarfsfall sogar bis nahe an den Plattenrand nageln, ohne dabei zu splittern.

Nieten

Bei Nietverbindungen muss die Wärmedehnung durch möglichst zwängungsfreie (nicht geklemmte) Verbindungen immer gewährleistet bleiben. Am besten geeignet sind Blindnieten aus Aluminium mit einem rostfreien Dorn.
Der Schliesskopf muss immer auf die Seite der Unterkonstruktion (oder Metallseite) gelegt werden. Die Durchgangslöcher in den Hartschaumstoffplatten müssen zwei Millimeter grösser (Stufenbohrer) sein als der Durchmesser des Nietschafts. Um Spannungen und Materialkriechen zu vermeiden, dürfen nur Flachkopfnieten mit möglichst grossem Kopf und keinesfalls Senkkopfnieten verwendet werden.

Schrauben

Zum Befestigen von Bauteilen auf der Oberfläche von FOREX°classic werden am besten Spezialschrauben für Thermoplaste mit einem Schaftdurchmesser von 3 bis 4 mm verwendet. Zur Befestigung von Aussenschildern auf  Unterkonstruktionen aus Holz oder Metall eignen sich rostfreie Fassadenschrauben mit vormontierter Unterlagsscheibe und Gummidichtung. Die Durchgangslöcher zirka 5 bis 6 mm grösser als der Schaftdurchmesser der Schrauben bohren und die Schrauben nur so stark anziehen, dass die Gummidichtung zwar satt auf der Platte aufliegt und so das Bohrloch abdichtet, aber keinen festen Druck auf sie ausübt.

Lochformen und Lochabstände

Um der Dilatation (Längenänderung) Rechnung zu tragen, werden beim Befestigen der Platten in der Mitte der Kanten runde Fixierlöcher gebohrt und links und rechts davon jeweils schlitzförmige Gleitlöcher gefräst. Zwischen den Schraubenlöchern und dem Plattenrand sollte eine Restmaterialstärke von zirka 20 mm erhalten bleiben. Die Achsenabstände zwischen den einzelnen Befestigungslöchern sind von der Plattendicke abhängig und betragen:

  • bei 2 mm dicken Platten höchstens 200 mm
  • bei 3 mm dicken Platten höchstens 300 mm
  • bei 4 mm dicken Platten höchstens 400 mm
  • bei dickeren Platten höchstens 500 mm

Kanten abdecken

Es gibt mehrere Verfahren, die sichtbare Zellstruktur an den Schnittkanten von dicken FOREX°classic Platten abzudecken:

  • Streifen aus 1 mm dickem FOREX°classic zuschneiden und mit Lösemittelkleber auf die Kanten kleben, dann überstehendes Material mit einer Klinge wegschneiden.
  • Kantenumleimer aus Melamin, die auf der Rückseite mit Heisskleber beschichtet sind, mit einem Bügeleisen oder einer Spezialmaschine auf die Kanten aufbügeln, dann überstehendes Material mit einer Klinge  wegschneiden.
  • Die Kanten mit einer geeigneten Spachtelmasse zuspachteln und nach dem Trocknen mit Schmirgeltuch vorsichtig nacharbeiten.

Einsatz im Aussenbereich

FOREX°classic Platten haben sich für Schilder im Aussenbereich sehr gut bewährt. Hier einige wichtige Hinweise:

  • Die uv-Anteile am Sonnenlicht können zu Farbveränderungen führen. Stabilisierte Druckfarben, Schutzlacke und Folien verwenden.
  • Temperaturwechsel und Windlasten (Druck und Sog) müssen bei der Auslegung der Befestigung berücksichtigt werden.
  • Dünne Platten werden zur besseren Stabilität häufig in einen Rahmen eingebaut. Die Dilatation muss aber auch hier berücksichtigt werden.
  • Immer nur Befestigungselemente aus rostfreiem Stahl verwenden, sonst sind bald hässliche braune Rostspuren zu sehen.

Längenänderungen (Dilatation)

Die Längenänderung von Platten durch Wärme (meistens Sonneneinstrahlung) wird Dilatation genannt. Vor allem die Dehnung aufgrund einer Temperaturzunahme kann zu grossen Problemen führen. Der lineare  Ausdehnungskoeffizient gibt an, um wieviel sich eine Platte von 1 Meter Länge bei einer Temperaturerhöhung von 1 Kelvin (d.h. 1°C) ausdehnt. Im Alltag hat sich für FOREX°classic ein linearer Ausdehnungskoeffizient von 0,07 mm/m*K bewährt.

Temperaturen

In Mitteleuropa muss mit einem maximalen Temperaturunterschied von 60°C (im Winter -20°C, im Sommer 40°C) gerechnet werden. Dunkle oder dunkel gemachte Platten heizen sich in der Sonne viel stärker auf (bis 60°C) als weisse oder hell dekorierte Platten. Platten, die in unbelüfteten Räumen (z.B. in Schaufenstern) montiert sind, durch die Sonneneinstrahlung bis auf 80°C aufheizen können, was häufig zur Deformation der Platten führt.

Berechnungsbeispiel für die Dilatation

Wenn eine dunkle FOREX°classic Platte von 2 m Länge an einem Frühlingstag bei 20°C montiert wurde, dann wird sie im Hochsommer mindestens 50°C heiss. Dieser Temperaturunterschied von 30°C lässt die Platte länger werden und zwar um: 0,07 mm x (2 [m] x 30[°C]) = zirka 4 mm Diese Längenänderung (Ausdehnung) muss bei der Montage von FOREX°classic und Platten unbedingt berücksichtigt werden, da sonst Verwerfungen, Ausbeulen
oder unzulässige Spannungen in den Platten entstehen können. Und natürlich muss auch daran gedacht werden, dass sich diese Ausdehnung nicht nur auf die Länge, sondern auch auf die Breite einer Platte auswirkt.

Reinigen

Die Oberflächen von FOREX°classic Platten sind im Prinzip gebrauchsfertig. Um optimale Haftungsbedingungen für Lacke, Kleber und Klebfolien zu gewährleisten, müssen die Oberflächen vor jeder dekorativen Verarbeitung sorgfältig von Staub, fettigen Verunreinigungen und Fingerspuren gereinigt werden. Zur Reinigung der Plattenoberflächen sollte nur Isopropylalkohol verwendet werden. Zum Abwischen nur nicht fusselnde Zellstofftücher  verwenden und diese häufig erneuern. Stark haftende Verschmutzungen (z.B. Filzstiftspuren) können mit Faservliesprodukten entfernt werden. Dabei muss eine geringe Mattierung der Oberfläche akzeptiert werden.

Sicherheitshinweis

Die meisten der für die Reinigung verwendeten Substanzen sind nicht harmlos! Haut- und Augenkontakt sowie die unbeabsichtigte Einnahme können zu Gesundheitsproblemen führen. Viele Reinigungsmittel sind zudem  entzündlich und dürfen nur in gut durchlüfteten Räumen und nicht in der Nähe von Zünd- und Wärmequellen verwendet werden.

Unbedingt vermeiden

Alle flüssigen Reinigungsmittel ausser Isopropylalkohol müssen vor deren Anwendung auf ihre Tauglichkeit überprüft werden. Oft hinterlassen sie entweder Rückstände (auch Brennsprit), mattieren die Oberflächen (besonders Azeton) oder führen zu Versprödung des Materials (viele Lösemittel haben einen hohen Anteil an aromatischen Inhaltsstoffen). Auf keinen Fall dürfen die Oberflächen von Hartschaumstoffplatten geschliffen oder geschmirgelt  werden. Die dadurch verursachten Oberflächenveränderungen bleiben immer sichtbar und sind nicht rückgängig zu machen.

Antistatische Behandlung

FOREX°classic Platten sind gute elektrische Isolatoren. Deshalb können durch Handhabung oder Reinigung aufgebrachte statische Ladungen nur durch künstliche Ableitung wieder entfernt werden. Bewährt hat sich neben  anderen physikalischen Methoden das Abblasen mit ionisierter Luft. Das Abwischen mit flüssiger Antistatika verhindert über eine gewisse Zeit die Entstehung neuer statischer Aufladung und damit das Anziehen von Schmutzpartikeln. Da dieser „Schutzfilm“ die Haftung von Farben und Klebstoffen beeinträchtigt, darf er erst am Ende aller Verarbeitungsschritte aufgebracht werden.

Lagern

FOREX°classic Platten müssen trocken und flach liegend bei Temperaturen um die 20°C gelagert werden. Verpackte Platten dürfen nicht im Freien gelagert werden (Verformungsgefahr durch Sonnenwärmestau).

Wichtige Hinweise

  • Die Angaben in dieser Publikation stützen sich auf den heutigen Stand unserer Kenntnisse und sind unserer Meinung nach verlässlich. Für die Richtigkeit der Angaben für jeden Fall der Anwendung und für die Resultate, die sich aus deren Gebrauch ergeben, kann jedoch keine Garantie übernommen werden.
  • Der Anwender oder Verarbeiter ist in jedem Fall dafür verantwortlich, dass die Materialien und Verfahren für den vorgesehenen Verwendungszweck und Einsatzort zweckmässig, wirtschaftlich und im Einklang mit den  örtlichen Gesetzen und Vorschriften sind.
  • In Industrie und Gewerbe übliche fachliche Kenntnisse und Fertigkeiten, ein normal entwickeltes Urteilsvermögen sowie die Kenntnis und Beachtung der geltenden Vorschriften in bezug auf Arbeitssicherheit und -hygiene werden vorausgesetzt.
  • Im Interesse der Aktualität und Unparteilichkeit dieser Publikation haben wir uns entschlossen, keine speziellen Hilfsprodukte und Materialien oder deren Hersteller zu empfehlen, sondern immer nur generische Bezeichnungen zu nennen. Dadurch bleibt dem Käufer die Freiheit erhalten, solche Produkte von einem Anbieter seines Vertrauens zu beziehen.