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FOREX°classic Platten besitzen so gute Oberflächeneigenschaften, dass
sie sich als Basismaterial (Substrat) für die verschiedensten Dekorationstechniken
anbieten. Bauteile aus FOREX°classic lassen sich zur Dekoration sehr gut
elektrostatisch beflocken. Durch Heißprägen bei zirka 120°C können
die Oberflächen von FOREX°classic Platten dekorativ verändert
werden.
Auf den weissen, seidenmatten Oberflächen der FOREX°classic Platten
haften fast alle für Hart-PVC formulierten Druckfarben sehr gut. Lösemittelbasierende
Farben zeigen naturgemäss eine bessere Haftung als wasserbasierende Typen,
während sich Epoxi- und Emailfarben als eher ungeeignet erwiesen haben.
Wegen der Verzugsgefahr darf die Trocknungstemperatur 50°C nicht überschreiten,
d.h. die Hordentrocknung bei Raumtemperatur ist einer forcierten Ofentrocknung
vorzuziehen. Auf jeden Fall sollten neue oder unbekannte Farbtypen oder Substrate
vor deren Serienfreigabe auf das vorgesehene Druckverfahren abgestimmt werden.
Dies gilt insbesondere auch in bezug auf die erzielbare Auflösung (Feinheit
der Rasterpunkte), die Einsatzbedingungen (z.B. Ausseneinsatz), die Abriebfestigkeit
oder eine Weiterverarbeitbarkeit des Druckgutes. Selbstverständlich müssen
die Oberflächen absolut staub- und fettfrei sein.
FOREX°classic Platten können auch mit UV-Farben namhafter Anbieter
bedruckt werden. Achtung: Die sehr intensive UV-Strahlung im Trocknungstunnel
kann bei falscher Einstellung zu Verfärbungen und die Hitze der Lampen
bei zu langer Verweildauer zu Verwerfungen der Platten führen.
Mit Schultafelfarbe kann auf FOREX°classic Platten mit und ohne Vorlackierung
eine gute Tesahaftung und zweckmässige Kratzfestigkeit erzielt werden.
Ungeeignete, d.h. sehr harte oder durch Lösemittel aggressiv gemachte Siebdruckfarben
können bei Schlageinwirkung (z.B. durch Stanzmesser) aufgrund der Rissfortpflanzung
zu Substratbrüchigkeit führen. Es liegt in diesem Fall also kein Materialfehler
vor und das Problem kann nur durch die Verwendung einer anderen Siebdruckfarbe
vermieden werden.
FOREX°classic Platten werden zunehmend auch im digitalen Direktdruck nach dem Inkjet-Verfahren (Piezo-Technik) bedruckt. Sogar auf geprägten oder flächig strukturierten Oberflächen lassen sich mit dieser Drucktechnik und den auf das jeweilige Material abgestimmten Tinten interessante Effekte erzielen. Zum Schutz der dünnen und empfindlichen Farbschicht ist ein kratzfester und UV-beständiger Deck- oder Glanzlack oder eine Schutzfolienkaschierung notwendig.
Die Oberfläche von FOREX°classic Platten eignet sich sehr gut zum
Bekleben mit Dekor- und Beschriftungsfolien. Für die anwendungsgerechte
Folienwahl müssen der Anwendungsort (Innenbereich oder Ausseneinsatz),
die gewünschte Anwendungsdauer (Dauerhaftigkeit) der Folie, die Haftungsart
(permanent oder wieder ablösbar) und die Verarbeitbarkeit der Folie (bedrucken,
entgittern) berücksichtigt werden.
Schlechte Haftung und Blasen können meistens durch verbesserte Verarbeitungsbedingungen
(korrektes Reinigen und Ablüften, höherer Walzendruck und vor allem
längere Wartezeit vor dem Transport) beseitigt werden.
Schüsselung kann als Ursache zu frisches (feuchtes) Druckgut (Schwindung)
oder zu hohen Zug (zu starke Bremsung der Abwickelrolle) des Klebfilms haben.
Falten werden oft durch verzogenen Klebfilm, schlecht ausgerichtete Walzen oder
zu hohen Walzendruck verursacht.
Für viele Anwendungen von FOREX°classic Platten wird eine genaue festgelegte
Farbe (z.B. eine Firmenfarbe) gefordert. Solche Farbgebungen werden durch Folienkaschierung
oder Überlackieren erzielt. Durch wirkungsvolle UV-Lichtschutzmittel in
den Decklacken kann auch eine wesentlich verbesserte Witterungsbeständigkeit
erreicht, bzw. die UV-Schädigung hinausgezögert werden, so dass sich
die Zusatzkosten für einen solchen Langzeitschutz im Ausseneinsatz schnell
auszahlen.
Für die Lackierung von FOREX°classic Platten sind drei Farbtypen geeignet:
Aufgrund des rasanten technischen Fortschritts werden hier keine speziellen
Produkte oder Hersteller empfohlen, sondern nur diese generischen Bezeichnungen
genannt. Jeder Anbieter hat mehrere verschiedene Typen vorrätig, je nachdem,
ob für Innen- oder Aussenanwendung, Lösemittellacke, wasserlösliche
Lacke, Grundierungen, Decklacke, Klarsichtlacke, etc.
Die Verantwortung für ein akzeptables Ergebnis liegt beim Verarbeiter. Deshalb vor dem erstmaligen Einsatz eines Produktes unbedingt den Beratungsdienst des Lackherstellers ansprechen.
FOREX°classic Platten bis 3 mm lassen sich problemlos mit stabilen Universalarbeitsmessern
(Cuttermessern) schneiden.
Mehrere leichte Schnitte ergeben ein besseres Resultat als ein einzelner, kräftiger
Schnitt. Den Metallmassstab gegen Verrutschen sichern.
Beim Einsatz von Schlagscheren sind gestauchte und einseitig abgerundete Schnittkanten
unvermeidlich.
FOREX°classic Platten bis zirka 5 mm können gestanzt werden. Für
3 mm dicke Platten werden am besten Stanzwerkzeuge mit Schneidelinien (Stanzmessern)
aus Bandstahl, die in 15 mm dicke, kreuzverleimte Holzplatten eingelassen sind,
verwendet. Ungezahnte, mikropolierte Schneidlinien mit beidseitigem, zentrischem
Facettenschliff (1,05 x 23,8 mm) haben sich als zweckmässig erwiesen. Als
Auswerfer wird eine 10 mm dicke Schaumstoffplatte (Härte 35 Shore A) eingesetzt,
so dass die Schneidkanten zirka 1,2 mm unterhalb der Oberfläche des Auswerferschaums
liegen.
FOREX°classic Platten sollten nicht bei Temperaturen unter 20°C gestanzt
werden. Ein leichtes Aufwärmen der Platten auf zirka 40°C verbessert
die Qualität der Schnittkanten und verhindert ein Ausbrechen.
FOREX°classic Platten können durch Wasserstrahlschneiden gut bearbeitet
werden.
Aufgrund der beim Laserschneiden an das Material abgegebenen Wärme ist
dieses Verfahren für Hartschaumstoffplatten ungeeignet.
FOREX°classic Platten können sowohl mit Stichsägen als auch mit
Band- und Kreissägen bearbeitet werden. Gut bewährt hat sich ein Zusammenwirken
von hoher Schnittgeschwindigkeit und niedrigem Vorschub. Geeignet sind Maschinen
ohne Flüssigkühlung, aber mit Span- und Staubabzug, wie sie für
die Holz- und Kunststoffverarbeitung gebräuchlich sind.
Nur Stichsägeblätter, die für den Einsatzbereich "Kunststoff"
bezeichnet sind, verwenden.
Bandsägeblätter mit leicht geschränkten Zähnen in einer
Teilung von 2,5 mm ergeben eine gute Schnittqualität, bedingen aber auch
einen eher geringen Vorschub.
Für Hartschaumstoffplatten am besten geeignet sind Kreissägeblätter
mit einer hartmetallbestückten Flach- und Trapez-Wechselzahnung in einer
Teilung von zirka 15 mm. Freiwinkel zwischen 10° und 15° und Spanwinkel
bis zu 6° werden empfohlen. Die Schnittgeschwindigkeit liegt bei zirka 3000
m/Min.
Sicherheitshinweise
Mit Blick auf die hohen Umdrehungszahlen der Zerspanungswerkzeuge ist es sehr
wichtig, dass sich alle maschinenseitigen Schutzeinrichtungen in gebrauchstauglichem
Zustand befinden und dass diese auch benutzt werden.
Während aller spanenden Verarbeitungsprozesse muss immer die vorgeschriebene
persönliche Schutzausrüstung, mindestens jedoch eine Schutzbrille,
getragen werden.
FOREX°classic Platten können mit normalen Spiralbohrern problemlos
gebohrt werden. Besonders gute Resultate werden erzielt, wenn der Spitzenwinkel
zirka 100° und der Drallwinkel 30° beträgt. Keine Flüssigkühlung
verwenden, jedoch bei tiefen Löchern den Bohrer häufig ausfahren,
um Überhitzung zu vermeiden.
FOREX°classic Platten können auch auf CNC-Maschinen bearbeitet werden,
wenn das Werkstück sicher aufgespannt werden kann. Materialüberhitzung
kann durch kunststoffgerechte Werkzeuggeometrien und geeignete Zerspanungsbedingungen
vermieden werden.
Die Oberflächen von Hartschaumstoffplatten sollten nicht geschmirgelt oder
poliert werden.
Forex °classic Platten bis 6 mm Dicke können innerhalb ihrer materialabhängigen Verstreckungsgrenzen kalt gebogen werden.
FOREX°classic Platten können mit normalen Spiralbohrern problemlos
gebohrt werden. Besonders gute Resultate werden erzielt, wenn der Spitzenwinkel
zirka 100° und der Drallwinkel 30° beträgt. Keine Flüssigkühlung
verwenden, jedoch bei tiefen Löchern den Bohrer häufig ausfahren,
um Überhitzung zu vermeiden.
FOREX°classic Platten können auch auf CNC-Maschinen bearbeitet werden, wenn das Werkstück sicheus (Kaltbiegeradius) beträgt zirka 100 mal die Plattendicke (z. B. 300 mm für eine 3 mm dicke Platte).
FOREX°classic Platten sind aus thermoplastischem Kunststoff hergestellt.
Sie können also durch Erwärmen erweicht und umgeformt werden und
behalten nach dem Abkühlen die neue Form. Je nach Breite der Erwärmungszone
sind auch grosse Radien und bei vollständigem Durchwärmen der gesamten
Platte auch dreidimensionale Formgebungen möglich.
Die Temperatur, bei der die Platten warm umgeformt werden, ist materialabhängig
und beträgt für zirka 120 bis 130°C.
Um die Zellstruktur nicht zu stark zu verstrecken, ist ein Mindestbiegeradius
von zirka 2 mal der Plattendicke notwendig.
Bei dicken FOREX°classic Platten ab 8 mm muss vor dem Biegen der Materialüberschuss
entlang der Biegeinnenkante durch eine eingefräste V-Nut entfernt werden.
Danach kann die Aussenseite der Biegekante vorsichtig erwärmt, ein Schenkel
hoch gebogen und die entstandene Fuge sodann verklebt werden. Es sollte hierbei
eine Restdicke von 1 bis 2 mm erhalten bleiben.
Die V-Nut 1° grösser als der gewünschte Biegewinkel fräsen
(z.B. 91° für einen 90° Winkel).
Die Klebstoffmenge in der V-Nut so bemessen, dass nach dem Hochbiegen möglichst
wenig herausgepresst wird.
Bei kurzen Schenkellängen kann ein Verzug vermieden werden, indem man
zu lang bemessene Schenkel nach dem Biegen absägt.
FOREX°classic Platten können durch Vakuum- oder Druckformen vollflächig
umgeformt und auch geprägt werden. Es muss aber berücksichtigt werden,
dass die in den Zellen eingeschlossene Luft der Verformung, Verstreckung und
Detailwiedergabe Grenzen setzt.
FOREX°classic Platten eignen sich vor allem für grossflächige
Teile mit weichen, gerundeten Konturen.
Die Werkzeuge sollten wie folgt gestaltet sein:
Entscheidend ist die Plattentemperatur, nicht die an der Maschine einstellbare
Strahlertemperatur. Wichtig ist eine gleichmässige und vollständige
Durchwärmung der Platten. Maschinen mit separat einstellbaren Ober- und
Unterheizungen und Vorblaseinrichtung sind am besten geeignet. FOREX°classic
Platten werden am besten im thermoelastischen Bereich von 115 bis 130°C
verformt.
Achtung: Über 180°C ist das Material
überhitzt, was zuerst zu Verfärbungen und dann zur thermischen Zersetzung
führt. Zur Vermeidung von Schäden an der Zellstruktur dürfen
die Platten nicht unterhalb 120°C verformt werden.
FOREX°classic Platten können sowohl mit sich selbst als auch mit anderen
Materialien verklebt werden.
Aufgrund der Vielfalt an Klebstoffen mit ihren völlig unterschiedlichen
Eigenschaften gewährleistet nur die Fachberatung durch die Klebstoffhersteller
eine optimale, auf die Art der Fügeteile und den Anwendungsfall abgestimmte
Wahl der Klebstoffe. Die Verarbeitungsvorschriften der Klebstoffhersteller müssen
genau befolgt werden und Sauberkeit am Arbeitsplatz ist unerlässlich.
Damit eine einwandfreie Verklebung überhaupt möglich ist, müssen
die Fügeflächen vor jeder Verklebung gereinigt werden, so dass sie
trocken und staub- und fettfrei sind.
Zum schnellen, konstruktiven Verkleben (auch Kaltverschweissen genannt) von
FOREX°classic mit gleichartigem Material eignet sich am besten ein uv-stabilisierter,
transparenter Diffusionsklebstoff auf der Lösemittelbasis von THF (Tetrahydrofuran).
Achtung: Die üblichen "PVC-Kleber" werden
zum Verkleben von Bauteilen aus Hart-PVC verwendet und sind nicht transparent
und nicht uv-stabilisiert. Das heisst, die Klebfugen bleiben sichtbar oder verfärben
sich im Ausseneinsatz.
Kleinere Fügeteile können auch mit reinem THF verklebt werden, das
die Oberflächen von PVC-Teilen anlöst und fast völlig unsichtbare
Klebfugen ergibt. THF ist jedoch sehr dünnflüssig, d.h. für senkrechte
Klebfugen ungeeignet.
Achtung: THF ist entzündlich - gut Lüften!
Zum flächigen Verkleben von ganzen Platten oder grossen Zuschnitten aus
FOREX°classic sind Lösemittelkleber auf THF-Basis völlig ungeeignet,
weil sie viel zu schnell antrocknen.
Besser bewährt hat sich ein mittelreaktives Klebsystem auf der Basis
eines ungesättigten (NPG) Polyesterharzes und einem AAP-Härter,
das hohen Anforderungen in bezug auf Festigkeit und Beständigkeit genügt.
Der Klebstoffauftrag von zirka 150 bis 200 g/m² erfolgt durch Aufrollen,
die Topfzeit der Mischung beträgt bei Raumtemperatur ein bis zwei Stunden.
Der Verbund wird unter einem Vakuumsack in zirka 12 Stunden ausgehärtet
und ist danach sofort belastbar.
FOREX°classic Platten können mittels Hochleistungs-Klebebändern
(VHB™-Produkte) auch mit völlig andersartigen Materialien sicher
und dauerhaft verbunden werden. Solche VHB™-Bänder haben einen
geschlossenzelligen, viskoelastischen Acrylat-Klebstoffkern, der spannungsfrei
in die Oberflächenrauhigkeit "einfliesst" und im Belastungsfall den Spannungsabbau
in der Fuge erlaubt. Der optimale Klebebandtyp muss sachkundig auf die Materialien
der Fügeteile und die Belastungsart abgestimmt werden.
FOREX°classic Platten können mit verschiedenen thermischen und physikalischen
Verfahren geschweisst werden. Dafür ist jedoch viel Erfahrung und Geschick
erforderlich. Die Qualität der Schweissung wird von drei Faktoren beeinflusst:
Der Vorbereitung der Fügeteile und der Schweisszone, der Schweisstemperatur
und -geschwindigkeit sowie dem Fügedruck, bzw. Anpressdruck. Die Fügezonen
müssen vor dem Schweissen, am besten mechanisch, gereinigt werden.
FOREX°classic Platten können mit handelsüblichen Schweissdrähten
für Hart-PVC geschweisst werden. Darauf achten, dass die Schweisszone gleichmässig
erwärmt und eine örtliche Materialüberhitzung vermieden wird.
Die Fügeteilkanten von V- bzw. X-Stössen sollten einen Winkel von
60° bilden. Die Schweisstemperatur darf 300°C nicht übersteigen.
FOREX°classic Teile ab 3 mm Dicke können durch Stumpfschweissen spannungsarm
verbunden werden. Dazu werden die geraden und sauberen Fügeteilkanten
im Kontakt mit einem Heizspiegel oder -schwert bis zur Plastifizierung erwärmt
und nach dem Entfernen des Heizelements durch leichten Druck zusammengeschweisst.
Die Schweissparameter wie Heizelementtemperatur (zirka 230°C), Heizzeit
und Fügedruck sind vom Maschinentyp abhängig und müssen auf
die Materialdicke abgestimmt werden. Wichtig ist, dass die Fügekanten
solange angepresst bleiben, bis das geschmolzene Material wieder richtig fest
geworden ist. Entstandene Schweissrippen können mit geeigneten Schneidwerkzeugen
entfernt werden.
Mit der Abkantschweisstechnik können winklige Teile aus FOREX°classic
geformt werden. Dazu wird ein spitz geformtes, zirka 220°C heisses Heizschwert
etwa zwei Drittel in die Platte eingeschmolzen (dicke Platten vorfräsen)
und die Platten dann entlang dieser Nut abgekantet.
FOREX°classic Platten werden gelegentlich auch erfolgreich mittels Ultraschall
und Hochfrequenz (HF) verschweisst. Bei beiden Verfahren sind jedoch wegen
der vielfältigen Einflussfaktoren spezielle Sachkenntnisse erforderlich.
FOREX°classic Platten bis 8 mm Dicke können mit U- und H-Profilen
sowie Eckprofilen aus Aluminium verbunden werden.
Bei grossen Zuschnitten unbedingt auf eine zwängungsfreie Montage achten.
Für die Montage von Hartschaumstoffplatten auf Unterkonstruktionen aus
Holz oder Metall sind Fugenprofile erhältlich, die auf dem Klemmprinzip
basieren und meistens noch mit Dichtleisten ausgestattet sind. Bezugsquellen
sind der Fassaden- und allgemeine Baubedarfshandel.
Die Plattenbefestigung erfolgt durch einen (runden) Festpunkt und mehrere
Langlöcher, die als Gleitpunkte die Längenänderung aufnehmen.
Für verdeckte Befestigungen, die von der Vorderseite unsichtbar bleiben,
werden meistens Spezialbeschläge verwendet. Bei Sonderkonstruktionen
und dünnen Platten können an der Rückseite Reststücke
aus 10 mm dickem FOREX°classic aufgeklebt werden, die als Zwischenträger
für die eigentlichen Befestigungselemente dienen.
Im Gegensatz zu den meisten kompakten Kunststoffplatten lassen sich Hartschaumstoffplatten
mit Heftklammern "tackern" und im Bedarfsfall sogar bis nahe an den Plattenrand
nageln, ohne dabei zu splittern.
Bei Nietverbindungen muss die Wärmedehnung durch möglichst zwängungsfreie
(nicht geklemmte) Verbindungen immer gewährleistet bleiben.
Am besten geeignet sind Blindnieten aus Aluminium mit einem rostfreien Dorn.
Der Schliesskopf muss immer auf die Seite der Unterkonstruktion (oder Metallseite)
gelegt werden. Die Durchgangslöcher in den Hartschaumstoffplatten müssen
zwei Millimeter grösser (Stufenbohrer) sein als der Durchmesser des Nietschafts.
Um Spannungen und Materialkriechen zu vermeiden, dürfen nur Flachkopfnieten
mit möglichst grossem Kopf und keinesfalls Senkkopfnieten verwendet werden.
Zum Befestigen von Bauteilen auf der Oberfläche von FOREX°classic
werden am besten Spezialschrauben für Thermoplaste mit einem Schaftdurchmesser
von 3 bis 4 mm verwendet.
Zur Befestigung von Aussenschildern auf Unterkonstruktionen aus Holz oder
Metall eignen sich rostfreie Fassadenschrauben mit vormontierter Unterlagsscheibe
und Gummidichtung.
Die Durchgangslöcher zirka 5 bis 6 mm grösser als der Schaftdurchmesser
der Schrauben bohren und die Schrauben nur so stark anziehen, dass die Gummidichtung
zwar satt auf der Platte aufliegt und so das Bohrloch abdichtet, aber keinen
festen Druck auf sie ausübt.
Um der Dilatation (Längenänderung) Rechnung zu tragen, werden beim
Befestigen der Platten in der Mitte der Kanten runde Fixierlöcher gebohrt
und links und rechts davon jeweils schlitzförmige Gleitlöcher gefräst.
Zwischen den Schraubenlöchern und dem Plattenrand sollte eine Restmaterialstärke
von zirka 20 mm erhalten bleiben.
Die Achsenabstände zwischen den einzelnen Befestigungslöchern sind
von der Plattendicke abhängig und betragen:
Es gibt mehrere Verfahren, die sichtbare Zellstruktur an den Schnittkanten von dicken FOREX°classic Platten abzudecken:
FOREX°classic Platten haben sich für Schilder im Aussenbereich sehr gut bewährt. Hier einige wichtige Hinweise:
Die Längenänderung von Platten durch Wärme (meistens Sonneneinstrahlung)
wird Dilatation genannt. Vor allem die Dehnung aufgrund einer Temperaturzunahme
kann zu grossen Problemen führen. Der lineare Ausdehnungskoeffizient
gibt an, um wieviel sich eine Platte von 1 Meter Länge bei einer Temperaturerhöhung
von 1 Kelvin (d.h. 1°C) ausdehnt. Im Alltag hat sich für FOREX°classic
ein linearer Ausdehnungskoeffizient von 0,07 mm/m*K bewährt.
In Mitteleuropa muss mit einem maximalen Temperaturunterschied von 60°C
(im Winter -20°C, im Sommer 40°C) gerechnet werden.
Dunkle oder dunkel gemachte Platten heizen sich in der Sonne viel stärker
auf (bis 60°C) als weisse oder hell dekorierte Platten.
Platten, die in unbelüfteten Räumen (z.B. in Schaufenstern) montiert
sind, durch die Sonneneinstrahlung bis auf 80°C aufheizen können,
was häufig zur Deformation der Platten führt.
Wenn eine dunkle FOREX°classic Platte von 2 m Länge an einem Frühlingstag
bei 20°C montiert wurde, dann wird sie im Hochsommer mindestens 50°C
heiss. Dieser Temperaturunterschied von 30°C lässt die Platte länger
werden und zwar um:
0,07 mm x (2 [m] x 30[°C]) = zirka 4 mm
Diese Längenänderung (Ausdehnung) muss bei der Montage von FOREX°classic
und Platten unbedingt berücksichtigt werden, da sonst Verwerfungen, Ausbeulen
oder unzulässige Spannungen in den Platten entstehen können. Und
natürlich muss auch daran gedacht werden, dass sich diese Ausdehnung
nicht nur auf die Länge, sondern auch auf die Breite einer Platte auswirkt.
Die Oberflächen von FOREX°classic Platten sind im Prinzip gebrauchsfertig.
Um optimale Haftungsbedingungen für Lacke, Kleber und Klebfolien zu gewährleisten,
müssen die Oberflächen vor jeder dekorativen Verarbeitung sorgfältig
von Staub, fettigen Verunreinigungen und Fingerspuren gereinigt werden.
Zur Reinigung der Plattenoberflächen sollte nur Isopropylalkohol verwendet
werden.
Zum Abwischen nur nicht fusselnde Zellstofftücher verwenden und diese
häufig erneuern.
Stark haftende Verschmutzungen (z.B. Filzstiftspuren) können mit Faservliesprodukten
entfernt werden. Dabei muss eine geringe Mattierung der Oberfläche akzeptiert
werden.
Die meisten der für die Reinigung verwendeten Substanzen sind nicht harmlos!
Haut- und Augenkontakt sowie die unbeabsichtigte Einnahme können zu Gesundheitsproblemen
führen. Viele Reinigungsmittel sind zudem entzündlich und dürfen
nur in gut durchlüfteten Räumen und nicht in der Nähe von Zünd-
und Wärmequellen verwendet werden.
Alle flüssigen Reinigungsmittel ausser Isopropylalkohol müssen vor
deren Anwendung auf ihre Tauglichkeit überprüft werden. Oft hinterlassen
sie entweder Rückstände (auch Brennsprit), mattieren die Oberflächen
(besonders Azeton) oder führen zu Versprödung des Materials (viele
Lösemittel haben einen hohen Anteil an aromatischen Inhaltsstoffen).
Auf keinen Fall dürfen die Oberflächen von Hartschaumstoffplatten
geschliffen oder geschmirgelt werden. Die dadurch verursachten Oberflächenveränderungen
bleiben immer sichtbar und sind nicht rückgängig zu machen.
FOREX°classic Platten sind gute elektrische Isolatoren. Deshalb können
durch Handhabung oder Reinigung aufgebrachte statische Ladungen nur durch
künstliche Ableitung wieder entfernt werden.
Bewährt hat sich neben anderen physikalischen Methoden das Abblasen mit
ionisierter Luft.
Das Abwischen mit flüssiger Antistatika verhindert über eine gewisse
Zeit die Entstehung neuer statischer Aufladung und damit das Anziehen von
Schmutzpartikeln. Da dieser "Schutzfilm" die Haftung von Farben und Klebstoffen
beeinträchtigt, darf er erst am Ende aller Verarbeitungsschritte aufgebracht
werden.
FOREX°classic Platten müssen trocken und flach liegend bei Temperaturen
um die 20°C gelagert werden. Verpackte Platten dürfen nicht im Freien
gelagert werden (Verformungsgefahr durch Sonnenwärmestau).